Wer steht hinter KAURI?

Hinter KAURI stehen Jasmina, Jule und Tina. Wir haben uns an der Folkwang Universität der Künste in Essen kennengelernt und arbeiten daran, KAURI zu einem Sozialunternehmen zu etablieren. Dabei hilft uns das Andersgründer-Stipendium vom Social Impact Lab Duisburg, das uns neben Gründungsexpertise auch einen Co-Working Space zur Verfügung stellt.

Begonnen hat alles mit Tinas Mitwirken an dem Dokumentarprojekt „Guardianes del Agua“ über den musikalischen Widerstand indigener Bauerngemeinden in Peru gegen die Erweiterung einer der größten Goldminen der Welt – Yanacocha. Diese Erfahrung hat Tina zu ihrer Bachelorarbeit im Kulturwirtschaftsstudium gebracht. In der Arbeit beschäftigte sie sich mit Deutschlands Rohstoffbedarf und dessen Rolle in Rohstoffkonflikten wie in Peru. In dieser Zeit wollte eine Freundin von ihr heiraten, mit einem konventionellen Goldring. Das konnte sie nicht auf sich sitzen lassen. Das Recherchieren zu Alternativen, der kulturellen Bedeutung des Hochzeitsringes und Gold im Allgemeinen begann. Auch die Entdeckung eines Porzellanringes gab einen entscheidenden Impuls, wie bereits im letzten Newsletter erwähnt. KAURIs Entwicklung nimmt seitdem seinen Lauf.

Als Jasmina im Dezember’16 dazukam, bestand also schon die Idee, die darauf brannte, realisiert zu werden. Für Jasmina war die Goldring-Hochzeits-Thematik kurz vorher ein akutes Thema auf das sie durch die Reportage „Dreckiges Gold“ aufmerksam geworden war. Sie und ihr Mann Andreas haben ihre Ringe daraufhin aus Familiengold fertigen lassen und somit Eheringen aus längst vergangenen Beziehungen zu neuem Glanz verholfen. Als Mediendesignerin visualisiert sie nun KAURIs Vision und Mission.

Im Mai’17 ergänzte Jule das Team als Industriedesignerin um ihre Materialexpertise. Während ihres Studiums wurde ihr deutlich, dass sie als Industriedesignerin einen positiven Beitrag in unserer, von Produkten überfüllten, Gesellschaft leisten möchte. In KAURI sah sie die Chance ihr Können in ein zukunftsrelevantes und inspirierendes Projekt einzubringen.

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Warum ist konventionell abgebautes Gold kritisch zu betrachten?

Stell dir vor, du sitzt mit deinem Lieblingsmenschen eines Abends vor dem Fernseher. Und manchmal hat man ja doch Tage, an denen man plötzlich lieber eine Reportage schaut. Im ZDF läuft die Wiederholung von „Dreckiges Gold“. Ihr bleibt hängen, weil es unter anderem um Peru geht – vielleicht das nächste Reiseziel. Noch während des Abspanns schaut ihr euch gegenseitig auf die Finger und denkt:
Szenario 1) „Au Backe, wenn wir das mal früher gewusst hätten“
oder doch besser
Szenario 2) „Wie gut, dass wir den Filmtipp aus dem KAURI Newsletter hatten und erst nächstes Jahr heiraten“… oder so ähnlich.

60% des jemals abgebauten Goldes wurde zu Schmuck verarbeitet. Menschen schmücken sich seit Jahrtausenden mit Gold, sogar zu ihrem „schönsten Tag im Leben“, der Hochzeit. Diese kommt mit Assoziationen einher, die dem Material Gold, betrachtet man die Art und Weise wie es gefördert wird, grundsätzlich entgegensteht. Ein Goldring bringt zwischen 14 und 20 Tonnen toxische Erde mit sich, da im Bergbau die gefährlichsten Umweltgifte wie Zyanid eingesetzt werden. Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen sind Normalität in Schwellen- und Entwicklungsländern. Gold ist offiziell eines von vier Konfliktmetallen, da dessen Abbau den Bürgerkrieg im Kongo finanziert. Der Goldring ist Teil einer Tradition, welche es, trotz des Aufwands der Hochzeitsvorbereitungen, zu hinterfragen gilt.

Wer also auf Goldschmuck nicht verzichten möchte, sollte in der Familie nach „Familiengold“ fragen. Ein Goldschmied oder eine Goldschmiedin fertigen daraus wie bei Jasmina ein Schmuckstück mit Geschichte. Eine weitere Möglichkeit ist Fair Trade Gold. Wo da die Unterschiede liegen erfahrt ihr in einem späteren Post.

Networking November

Wie vorhandene Ressourcen genutzt werden können, war in unseren Vorträgen der letzten Wochen ein großes Thema. Neben Urban Mining, haben wir über Goldabbau und die Entwicklung von KAURI berichten dürfen. Dabei waren wir in Berlin, Essen, Kiel und Duisburg unterwegs, sind auf viele interessierte Menschen getroffen und durften inspirierende Gespräche führen. Wir sagen, mehr davon!

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Über Einladungen zu Vorträgen oder Diskussionsrunden rund um das Thema Nachhaltigkeit oder Social Entrepreneurship freuen wir uns immer.

Meldet euch gerne unter info@kauri-ringe.de.

Wie kommt der Name KAURI zustande und was bedeutet KAURI?

Ein Porzellanring war eine der großen Inspirationsquellen für das Sozialunternehmen KAURI.

Das Wort Porzellan stammt von dem italienischen Wort porcellana, der ursprünglichen Bezeichnung für eine Meeresschnecke mit einer weiß glänzenden Schale, ähnlich dem Porzellan. Gemeint ist die Kaurischnecke, auch Porzellanschnecke genannt. Die Schale dieser Schnecke, welche häufig fälschlicherweise als Muschel bezeichnet wird, diente früher in Afrika, in Süd- und Ostasien sowie in der Südsee als Zahlungsmittel, dem Kaurigeld. Besondere Beliebtheit erfuhr die Kaurischneckenschale aber auch als Schmuckelement.

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